Dienstag, 19.11.2019 08:17 Uhr

Allergien weiter auf dem Vormarsch

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 23.07.2019, 10:43 Uhr
Fachartikel: +++ Special interest +++ Bericht 6041x gelesen

Teningen [ENA] Sie sind lästig und sogar manchmal lebensbedrohlich. Allergien sind symptomatische Entgleisungen unseres Abwehrsystems und betreffen meist die Menschen in den Industrienationen. Ob Kontakt-, Inhalations-, Nahrungsmittelallergien oder diffuse Unverträglichkeiten es scheint kein Kraut gegen diese Entgleisungsreaktionen unseres Immunsystems gewachsen zu sein, denn die Zahl der Betroffenen nimmt in der Gesamtheit weiter

zu. Eine Allergie kann sich heutzutage in jedem Alter entwickeln, in der Vergangenheit betraf es vor allem jüngere Menschen. Über die Gründe und Ursachen wird nicht mehr ausreichend geforscht, was zu der Konsequenz führt, dass Allergien symptomatisch behandelt werden. Der Inhalationsallergiker erfährt durch diese Art der Therapie allenfalls eine Linderung seiner Beschwerden und ist auf diese Medikamente angewiesen. Beim Kontakt- und Nahrungsmittelallergiker hilft nur die Vermeidung der Substanz, die die Allergiesymptome auslöst. Doch das Bestimmen der jeweiligen Substanz in der Diagnose von Allergieformen gestaltet sich oft schwierig, weil sich unter den verschiedenen Kreuzreaktionen und unklaren Unverträglichkeiten,

bzw. Zusatzfaktoren das ursächliche Allergen nicht eindeutig feststellen lässt. Es ergibt sich ein diagnostischer Wirrwarr mit einer langen Liste von Allergenen. Oft ist es eine bestimmte Kombination von Einzelstoffen, die die Allergie und deren Reaktionen auslöst. Nicht selten wird eine Allergie oder Unverträglichkeit missverstanden, weil sie eben nicht die klassischen Reaktionen wie Juckreiz oder Schleimhautirritationen hervorruft, sonder sich in anderen Befindlichkeitsstörungen äußert. Man kann also annehmen, dass die diagnostische Dunkelziffer von Allergien ein beträchtliches Maß ergibt. Doch welche Erfahrung können wir bis dato zu Rate ziehen, wenn wir Therapeuten sprechen, die Allergien erfolgreich behandeln können?

Es erschließen sich zwei Kerngebiete in der Bestimmung der Hintergründe. Zum einen die Art der Allergene und andererseits die individuelle Kondition des Betroffenen. Die Allergene ihrerseits lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Die organischen Proteine und Eiweiße oder die anorganischen Elemente, sowie die chemisch industriellen Verbindungen. Beim Betroffenen gibt es wie bei jedem Menschen einen konditioneller Schwachpunkt, den es zu ermitteln gilt. Jeder Mensch hat einen individuellen organischen Schwachpunkt. Beim Allergiker liegt dieser meist im weiter gefassten Verdauungssystem, d.h. neben dem Magen-Darm-Trakt auch die enzymatischen Organe wie beispielsweise die Bauchspeicheldrüse oder die Leber.

Das führt uns auch zu dem Schluss, dass die meisten Allergieformen, auch wenn sie sich z.B. als Heuschnupfen äußern, Nahrungsmittelallergien oder kombinierte Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind. Interessanterweise gibt es bei Menschen oder Völkern, die Zeiten von Nahrungsmittelknappheit oder gar Hunger erleben, keine signifikanten Allergieformen. So liegt der Schluss nahe, das allergische Geschehen mittels Heilfasten oder Darmtherapien zu behandeln. Trotzdem sollte die Art des Allergens bekannt sein, denn das Immunsystem arbeitet mit Reaktionsprogrammen, im Falle von Allergie mit fehlerhaften und erworbenen Programmen, die es zu korrigieren gilt.

. Neben den chemisch bedingten Unverträglichkeitsreaktionen, die sich in industriell gefertigten Nahrungsmitteln, Haushaltsmitteln, Kunststoffen u.ä. befinden, müssen vor allem die Eiweiße ins diagnostische Auge gefasst werden. Eiweiße sind lebensnotwendig, um Zellstrukturen zu bauen und Substanzen wie Enzyme herzustellen. Jedes Eiweiß, das über die Nahrungsaufnahme in den Körper gelangt, muss durch die Verdauung enzymatisch in grundlegende Proteinbausteine aufgeschlüsselt werden. Gelingt dies nicht oder nur teilweise, verhält sich das entstandene Zwischenprodukt eines Eiweißes wie ein Giftstoff im Körper. Dieser vermeintliche Giftstoff wird mit einer Immunreaktion beantwortet. Ähnliches erkennen wir bei einem Insektenstich.

Um eine geeignete Therapie zu finden oder um sich in der Ernährungsweise anzupassen, ist es förderlich das grundlegende Nahrungsmittelallergen oder die Unverträglichkeit zu kennen. Wenn sich der Körper gegen etwas sträubt, verändert er seine grundlegenden Rhythmen. Nach Einnahme einer unverträglichen Substanz erhöht sich sofort der Pulsschlag. Dieses Phänomen ist Teil und Ausdruck der Abwehrreaktion gegen eine Substanz, die dem Körper schädlich erscheint. In Zeiten von Smartphones, Apps und Smarthomes lässt sich eine solche Reaktion im Alltag durch eine Pulsuhr einfach darstellen.

Erhöht sich beim Essen die Pulsrate plötzlich und erheblich, steckt in der Mahlzeit ein Allergen oder eine Kombination von Allergiefaktoren. Natürlich kann dieser Test auch mit einzelnen Lebensmitteln vorgenommen werden. Kennt man das allergieauslösende Nahrungsmittel, lässt sich eine Therapie entwickeln. Zumindest ist es möglich durch Vermeidung der jeweiligen Substanz, das Leiden zu mindern und das überforderte Abwehrsystem zu entlasten. Die Bestimmung eines Nahrungsmittelallergens kann im Weiteren auch die Schwachstelle im Verdauungstrakt zu Tage fördern. Somit ist eine ursächliche Behandlungsform möglich.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.